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Der Waldegg Hausierer-Winkel
Mit dem Umbau zu Tante Emmas Laden und zum Tintelompe entstand auch ein Hausierer-Winkel. Er befindet sich unten an der Treppe zu Tante Emmas und ist eine Hommage an die meist randständigen Leute, die durch ihr Hausieren die Heimarbeit der Sticker und Weber in unserer Gegend erst ermöglichten.
Gleichzeitig wird im Vorraum zum Tintelompe mit einigen Bildern von namhaften einheimischen Fotografen ein kurzer Überblick über die Heimarbeit im Appenzellerland gegeben. Denn, wie erwähnt, zwischen ihr und dem Hausieren bestand ein enger Zusammenhang. Während heute die Leute in die Shopping Centers fahren, brachten früher die verschiedenen Fäälträger (fääl von feil, nicht von Fell) die Waren zu den zu Hause malochenden Leuten, die dadurch den ganzen Tag an ihrer Arbeit hocken konnten.
Die kleine Ausstellung über das Hausieren passt auch zum Tante Emma Laden. Natürlich nicht nur im positiven Sinn, denn es bestand ein Spannungsverhältnis zwischen dem sesshaften Gewerbe und dem Wanderhandel. Gerade bei Tante Emma, deren Alle Chog-Sortiment im Wettbewerb zu jenem stand, das durch die Gesamtheit der Hausierer zusammen kam. Auf der anderen Seite profitierte der Sesshafte auch vom Hausierer, denn dieser bezog seine Backwaren, um ein Beispiel zu nennen, ja schliesslich von einem niedergelassenen Bäcker.
Gerade der Backwaren-Fäälträger kommt in unserem Hausier-Winkel zu besonderen Ehren. Dies durch die Arbeit des Gaiser Fotografen Mäddel Fuchs, der in seinem Buch „Chome gaad“ Leben und Wirken von Arthur Zünd, einem der letzten Hausierer des Appenzellerlands, dokumentiert hat. Die ausgestellte Chrenze ist denn auch nicht irgendeine, sondern die von Turli. Auf den Gestellen dahinter türmt sich ein Haufen Backwaren, nämlich die Menge, die Arthur zu Beginn seiner Tour beim Bäcker hinein packte.
Auf der linken Seite der Tür zum Tintelompe hängt ein Hausierer-Räff. Es ist zwar nicht hundertprozentig sicher, doch sehr wahrscheinlich handelt es sich hier um jenes vom Fädeli-Diem, einem im Lande bekannten Merceriewaren-Hasusierer. Vis-à-vis dieses Traggestells gibt es die im vorletzten Kalender abgebildeten Fäälträger-Figuren nun in Natura zu bewundern. Wenn die Hausierer schon in keinem der Appenzeller Museen gewürdigt werden so haben sie nun doch wenigstens auf der Waldegg ihren kleinen Winkel erhalten.
Tante Emma hat sich inzwischen mit den Fäälträgern versöhnt. Mindestens mit Arthur Zünd. Denn sie bietet das Buch über ihn von Mäddel Fuchs im Ladebeizli zum Verkauf an. Stopp: Hält es fääl.



