Neuigkeiten
Eröffnung Kräuter- und Erlebnisweg
Den Gästen ein zusätzliches attraktives Angebot bieten –...Schnuggebock an der Beef'10
Das Restaurant Schnuggebock steht normalerweise in Teufen...Qualifiziert für die Gastronomie
Am 30.6.2010 fand in Stein die alljährliche Diplomfeier für...Liebe nicht-appenzellische Gäste
Der Urnäscher Lokalhistoriker, Journalist und ehemalige Sekundarlehrer Hans Hürlemann, anerkannter Kenner der appenzellischen Volkskultur, hat für Sie dieses Glossar der mit einer Alpfahrt verbundenen Spezialausdrücke zusammengestellt:
Alpfahrt: | Der Marsch auf die Alp und die Rückkehr ins Tal. Im Dialekt spricht man von öberefahre, iefahre, abefahre oder usefahre. Dies obwohl man zu Fuss geht und von den Tieren wie von den Menschen tüchtige Marschleistungen verlangt. |
Bödeli: | siehe «Fahreimer» |
Brente: | Flaches, geküfertes Gefäss aus Fichten- und Ahornholz, in dem die Milch zum Aufrahmen in den kühlen Milchkeller gestellt wird. Seltener als die häufiger vorkommenden Näpfe |
Buder: | Hölzernes Butterfass, in dem durch Drehen einer Kurbel Butter hergestellt wird. |
Brusttuch: | Das leuchtend rote Gilet der Männertracht. Es ist mit viereckigen Silberknöpfen und farbigen Handstickereien verziert. Die Innerrhodener nennen es «Liibli». |
Chäsbueb: | siehe «Käsewerb» |
Chäshölzli: | siehe «Käsewerb» |
Fahreimer: | Hölzerner, reich mit Kerbschnitzereien verzierter Melkeimer, der vom Senn am Henkel über der linken Schulter getragen wird. Seine Unterseite ist mit einem runden Gemälde verziert, dem Bödeli, das meistens mit einer Schraube befestigt ist. Früher brauchte man den Eimer auch zum Melken, und entfernte deshalb das kostbare Bild nach der Alpfahrt, um es zu schonen. |
Fetze: | Dreieckig gefaltetes, farbig bedrucktes Tuch (manchmal mit Silberfransen verziert), das zu den gelben Hosen über der linken Hüfte getragen wird. |
Fueterschlotte: | Bei kaltem oder regnerischem Wetter tragen die Sennen einen weissen oder hellgelben, farbig bestickten Zwilchkittel über dem Brusttuch. |
Handbueb: | Gehilfe des Sennen auf der Alp. Bei der Alpfahrt trägt er meistens auch die gelben Lderhosen der sogenannten Volltracht. Manchmal nennt man ihn auch «Zuesenn». |
Käsewerb: | Breiter, verzierter Ahornreif, in den die Käsemasse zum Abtropfen eingefüllt wird. Es steht auf dem «Till», einem dicken Brett mit Kerben für das abfliessende Käsewasser. Am Ausguss des Tills hängt ein Tropfeimer, in dem das Käsewasser aufgefangen wird. Innen an der Wand des Werbs steht oft ein seltsames geschnitztes «Chäshölzli», das manchmal auch «Chäsbueb» genannt wird. Es besteht aus einem mit einer Rinne und Löchern versehenen Teil, der das Abfliessen des Käsewassers erleichtern soll, und einer Dekoration, die über den Rand des Werbs hinausragt und die an den Turm einer gotischen Kathedrale erinnert. |
Ladehose: | Die braunen und die gelben Hosen der Appenzeller Tracht haben keinen Hosenschlitz, wie das sonst allenthalben üblich ist. Sie haben einen Hosenladen, einen viereckigen Hosenlatz, der am Hosenbund mit Knöpfen verschlossen wird. |
Ledi: | Die Gesamtheit aller hölzernen Geschirre, die man auf der Alp früher brauchte. Dazu gehören Näpfe oder Brenten, Melk- und Schütteimer, Buder, Suurfass, Schottenkübel, Motteli, Käswerb, Käsebänkli, Schuefe, Tanse und Käsekessi. |
Liibli: | siehe Brusttuch |
Lindauerli: | Billige, schwarz lackierte Tabakpfeife. Sie ist mit Blech ausgeschlagen und hat einen Klappdeckel. Sie ist heute noch beliebt bei den Bauern. Sie hat ihren Namen vom Markt in Lindau, zu dem das Appenzellerland lange sehr enge Beziehungen pflegte. |
Motteli: | Kleiner, geküferter Kübel, der manchmal auch als Tropfeimer benützt wird. (s. «Käsewerb») |
Napf: | Aus Ahornholz gedrechselte Schale, in der die Milch zum Aufrahmen in den kühlen Milchkeller gestellt wird. |
Riemensattler: | Handwerker, der die messingbeschlagenen Hosenträger sowie die Bein- und Schellenriemen herstellt. |
Ruggusse: | Innerrhoder Begriff für das Jodeln nach der traditionellen Art der Appenzeller. |
Schlengge: | Die Riemen, mit denen die Milchtanse auf dem Rücken getragen wird. |
Schmalz: | Appenzellisch für «Butter» |
Schmalzmödeli: | Holzform mit geschnitzten Verzierungen für die Konfektion von Butter. |
Schottenkübel: | Geradwandige, geküferte Kübel zum Transport von Schotte, der nach dem Käsen übrigbleibenden Flüssigkeit. |
Schuefe: | Ein aus Ahornholz gedrechselter und geschnitzter, grosser Holzlöffel, mit dem der Rahm von der Milch abgeschöpft wird. |
Schütteimer: | Grosser, geküferter Transportkübel aus Fichten- und Ahornholz, gleich geformt wie der Melk- oder Fahreimer, in den die im Freien gemolkene Milch aus den Melkeimern geschüttet und der anschliessend in den Milchkeller getragen wird. |
Senneschmuck: | Zur Appenzeller Männertracht gehören zahlreiche Schmuckstücke: silberne Schuhschnallen, zu den gelben Kniebundhosen trägt man mit sennischen Motiven aus Neusilber beschlagene Beinriemen, «Beerieme», mit ebensolchen Motiven beschlagene Leder-Hosenträger, eine «Chüeli-Uhr», eine mit Alpfahrtsmotiven verzierte Taschenuhr, die am Karabiner einer schweren, silbernen Uhrkette hängt und in einem «Uhretäschli» in der Hose versorgt ist, eine vergoldete Silberbrosche, die den Stoff- oder Papierkragen verschliesst, die Ohrschuefe. Manchmal gehört ein massiver silberner Fingerring, der «Sennering» und eine kostbare, Silber beschlagene Sennenpfeife dazu. Die Sennen in den gelben Hosen lassen die Uhrkette in der ganzen Länge herunterhängen. Darum nennt man sie in Innerrhoden «Pätsch-Chettere», sie klatscht nämlich beim Marschieren rasselnd gegen das Hosenbein. |
Sennefetzen: | siehe «Fetze» |
Senntum: | Die Herde, die vom Sennen auf die Alp geführt wird. |
Senntumschellen: | Drei grosse Schellen aus geschmiedetem und vermessingtem Baustahlblech. Sie stammen schon seit Menschengedenken aus der Gegend von Strengen am Arlberg in Österreich. Klanglich werden sie sorgfältig auf einander abgestimmt. Die Leitkühe tragen die Schellen an prunkvoll verzierten Schellenriemen. |
Senn: | Alphirt in der sogenannten Volltracht mit den gelben Kniebund-Lederhosen. |
Sonntagstracht: | Männertracht, bestehend aus braunen Schnallenschuhen, weissen Socken, Halbleinhosen, dem weissem, bestickten Kurzarm-Hemd, dem messingbeschlagenen Hosenträger, und dem roten Brusttuch. Für die Alpfahrt gehört der schwarze Fladenhut mit dem Hutstrauss aus Stoffblumen und farbigen Bändern dazu. |
Suurfass: | Überaus reich mit Kerbschnitzereien verziertes, ovales, mit Deckel verschlossenes Gefäss, in dem das «Suur» aufbewahrt wird. Es ist die «luuter Schotte», das grünliche, nach dem Käsen übrigbleibende Milchserum. Sie wird verwendet, um aus der Flüssigkeit, die im Käsekessi bleibt, nachdem die Käsemasse herausgeholt worden ist, den Ziger auszufällen |
Tanse: | Ovales Holz- oder Weissblechgefäss, das auf dem Rücken getragen wird. Es dient für den Transport der Milch. |
Till: | siehe «Käsewerb» |
Tropfeimer: | siehe «Käsewerb» |
Weissküfer: | Der Handwerker, der aus Fichten- und Ahornholz die traditionellen Geschirre und Gerätschaften herstellt, die zur Verarbeitung der Milch gebraucht wurden. Heute entstehen in den Weissküferwerkstätten vor allem Souvenirartikel und allgemeine Drechsler-Arbeiten. |
Werb: | siehe «Käsewerb» |
Zäuerli: | Appenzellischer Naturjodel ohne Worte, in Innerrhoden «Rugguseli » genannt. |
Zauren: | Jodeln nach der traditionellen Art der Appenzeller. |

