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Wissenswertes über die Spitzhaubenhühner
Die gold-schwarz getupften Henneli und der Gügeler wurden von zwei Züchtern, Albert Grubenmann aus Appenzell und Karl Koch aus Gonten, als «speziell schöne Tierli» extra für die Waldegg ausgesucht. Auch wenn zwei welsche Hühner aus Neuchâtel stammen, die von einem Eiertausch Grubenmanns kommen, sind rassemässig aber alle Tiere 100prozentige Appenzeller(innen).
Das Spitzhaubenhuhn soll bereits im 15. Jahrhundert in Klöstern des Alpenraums gezüchtet worden sein. Zu den Stammeltern der Spitzhauben dürften die Brabanter, eine alte niederländische Rasse, sowie zwei französische Geflügelvertreter — «La Flèche» und «Crève-Coeur» — zählen.
Bei der staatlich verfügten Rassenbegrenzung im letzten Jahrhundert blieben die Spitzhaubenhühner nur noch im Appenzellerland erhalten, weshalb sie fortan «Appenzeller Spitzhauben» genannt wurden. Die Appenzeller selber nennen ihre Spitzhauben aber auch «Gässerschnäpfli» oder «Tschüpperli».
Das Spitzhaubenhuhn ist ideal an die Bedingungen der Berge angepasst, klettert vorzüglich auf felsigem Grund und kann gut fliegen. Gerne übernachtet es auf Bäumen, sogar im Winter. Da es nur kleine Kehllappen und statt eines Kammes zwei kleine Hörnchen besitzt, kann auch der strengste Frost ihm kaum etwas anhaben.
Die Hennen wiegen meist nur wenig über ein Kilogramm und Hähne kaum über 1,5 Kilogramm. Spitzhauben sind relativ gute Leger: Im ersten Jahr legen sie circa 150 weissschalige, 55 Gramm schwere Eier. Der Bruttrieb ist sehr gering.
Im letzten Jahrhundert gab es mehr als zehn verschiedene Farbschläge dieser Rasse. Heute existieren noch deren sechs: der Schwarze, der Weisse, der Blaue, der gold-schwarz Getupfte, der Reingoldige und der silber-schwarz Getupfte.
Appenzeller Spitzhauben sind sehr gute Flieger. Wenn sie erschrecken, sausen sie ohne Probleme auch über einen zwei Meter hohen Zaun. Auf der Flucht vor einem kläffenden Bläss schaffen sie es sogar bis auf’s nächste Hausdach. Deshalb muss man ihnen in normalen Gehegen (auch bei uns auf der Waldegg) die Flügel einseitig stutzten.
Anfang der 50er Jahre wären die Appenzeller Spitzhaubenhühner beinahe ausgestorben. Der gold-schwarz getupfte Schlag war dabei am gefährdetsten,obwohl er als der attraktivste gilt. Dank dem Einsatz von vielenSeiten, unter anderem der «Pro Specie Rara», kümmern sich nun wieder rudn70 Züchter der ganzen Schweiz um sie, vor allem um die silber-schwarz Getupften. Der Grossteil des Bestandes lebt übrigens in der Ostschweiz.


